So baust du eine professionelle Café-Getränkekarte auf
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Eine gute Café-Getränkekarte ist nicht die Karte mit den meisten Getränken. Die beste Karte gibt Gästen klare Auswahlmöglichkeiten, lässt sich schnell produzieren, nutzt Zutaten mehrfach und hilft dem Team, konstant dieselbe Qualität zu liefern.
Die Karte sollte deshalb rückwärts von Gast, Verkauf, Workflow und Wirtschaftlichkeit aufgebaut werden – nicht davon, wie viele Produkte ins Regal passen.
1. Definiere, für wen die Karte gedacht ist
Ein Take-away-Café am Bahnhof hat andere Bedürfnisse als eine Hotelbar, ein Brunchrestaurant oder ein Specialty Coffee Shop. Berücksichtige:
- Morgen versus Nachmittag/Abend,
- Take-away versus Gäste vor Ort,
- klassischen Kaffee versus Flavoured Drinks,
- Anteil kalter Getränke,
- Pflanzendrinks und weitere Alternativen,
- saisonale Schwankungen.
2. Eine klare Kaffee-Basis aufbauen
Beginne mit den Getränken, die das Grundsortiment definieren: Espresso, Americano oder Filterkaffee je nach Konzept, Cappuccino und Latte. Ergänze Flat White, Cortado oder weitere Varianten nur, wenn sie eine klare Rolle haben.
Siehe Cappuccino vs. Latte und Flat White vs. Cappuccino.
3. Kalte Getränke als eigene Kategorie behandeln
Iced Drinks sollten nicht einfach warme Rezepte mit Eis sein. Definiere Glas, Eis, Kaffeebasis, Milch und Sirup separat.
Eine einfache Struktur kann Iced Latte, Iced Coffee/Cold Brew und einen Frappé oder Signature Drink umfassen. Lies Iced Latte vs. Iced Coffee.
4. Chai und Matcha als echte Alternativen einsetzen
Chai und Matcha erweitern die Karte, ohne nur eine weitere Kaffeevariante zu sein. Dirty Chai schafft gleichzeitig eine Brücke zurück zum Espresso.
Siehe Chai vs. Dirty Chai vs. Matcha.
5. Sirupsortiment fokussiert halten
Wähle zuerst wenige Kernsorten, die in warmen und kalten Getränken funktionieren. Viele geöffnete Flaschen mit geringer Rotation verbessern den Betrieb selten.
Lies die besten Sirupsorten für die Cafékarte.
6. Dosierung standardisieren
Jedes Flavoured Drink braucht eine genaue Rezeptur. „Ein paar Pumps“ reicht nicht, wenn Pumpen unterschiedliche Volumen haben. Arbeite in Millilitern und dokumentiere die entsprechenden Pumpenhübe.
Siehe den Guide zur Kaffeesirup-Dosierung.
7. Die Karte um Zutaten-Overlap bauen
Eine starke Zutat darf an mehreren Stellen vorkommen. Vanillesirup kann zum Beispiel in heißem Latte, Iced Latte und einem Saisongetränk eingesetzt werden. Haferdrink kann in Kaffee, Chai und Matcha funktionieren. Mehr Overlap bedeutet meist bessere Rotation und weniger Abfall.
8. Wareneinsatz pro Rezept kalkulieren
Für jedes Getränk sollte das Café den theoretischen Rohwareneinsatz kennen:
- Kaffee,
- Milch/Pflanzendrink,
- Sirup oder Chai-/Matcha-Basis,
- Topping/Garnish,
- Take-away-Becher und Deckel, falls relevant.
Weitere Betriebskosten und gewünschte Marge müssen anschließend nach der eigenen Kalkulationsmethode berücksichtigt werden. Der Verkaufspreis sollte nicht allein aus dem Rohwareneinsatz entstehen.
9. Produktionszeit mitdenken
Ein Drink kann auf Papier attraktiv sein, aber im Peak schlecht funktionieren, wenn er sechs Sonderarbeitsschritte benötigt oder Espressomaschine bzw. Blender blockiert. Teste neue Menüs unter realistischer Belastung.
10. Rezeptkarten erstellen
Jedes Getränk sollte eine Karte mit Größe, Zutaten, Mengen, Reihenfolge, Glas/Becher, Temperatur, Eis und Finish haben. Das vereinfacht Onboarding und Qualitätskontrolle.
11. Allergene und Produktinformationen systematisch behandeln
Mitarbeitende sollten Zugriff auf aktuelle Zutaten- und Allergeninformationen der eingesetzten Produkte haben. Auch Saisongetränke müssen in denselben Prozess integriert werden.
12. Saison nutzen, ohne das Lager neu aufzubauen
Ein gutes Saisongetränk nutzt idealerweise den größten Teil der vorhandenen Rohwaren plus nur eine oder wenige Saisonkomponenten. Für Weihnachten können etwa Zimt, Speculoos oder Salted Caramel mehrere Varianten ermöglichen.
Siehe unseren Guide zu Kaffeesirup für Weihnachten.
13. Nach dem Launch messen
Verfolge Verkauf pro Drink, Wareneinsatz, Abfall, Produktionszeit und beliebte Add-ons. Entferne oder passe Getränke an, die nur Komplexität erzeugen, aber keine klare wirtschaftliche oder strategische Rolle erfüllen.
Eine einfache Menüarchitektur
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Klassischer Kaffee | Espresso, Americano, Cappuccino, Latte |
| Premium/coffee-forward | Flat White, Cortado je nach Konzept |
| Cold | Iced Latte, Iced Coffee/Cold Brew |
| Alternativen | Chai Latte, Matcha Latte, Dirty Chai |
| Flavoured | Vanille, Karamell, Haselnuss |
| Seasonal | 1–3 rotierende Getränke |
FAQ
Wie viele Getränke sollte ein Café anbieten?
Es gibt keine richtige Zahl. Die Karte sollte die wichtigsten Gästebedürfnisse abdecken, aber klein genug bleiben, damit Team und Lager sie zuverlässig handhaben können.
Müssen alle Sirupsorten dauerhaft auf der Karte stehen?
Nein. Behalte Kernsorten und rotiere Saison- oder Nischenaromen anhand realer Nachfrage.
Wann sollte ein Getränk gestrichen werden?
Wenn Nachfrage niedrig, Komplexität hoch oder Wirtschaftlichkeit schlecht ist und das Getränk keine klare strategische Funktion erfüllt.